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20.10.2006, 07:51 Uhr | Übersicht | Drucken
Plädoyer in der Problemfrage

Seit Jahren ist sie ein Sorgenkind. Immer wieder defekt, bereits mehrfach geflickt, und nach den letzten zwei erfolglosen umfangreichen Sanierungsversuchen 2004 und 2005 ist die Pflasterung der Zufahrt zum Magnusplatz immer noch im Fokus der Diskussionen.

Foto
Mit dieser Fotomontage will die Gemeinde verdeutlichen, wie die Gestaltung mit einem Asphaltband aussehen könnte. Fotomontage: Planungsbüro Gnegel
Everswinkel - Nun soll nach dem Willen der CDU-Mehrheit und des Bürgermeisters im Gemeinderat eine Kombination aus bestehender Pflasterung und neuem Asphaltstreifen das Problem lösen. Dagegen rührt sich Protest; eine Bürgerinitiative pro Pflaster hat sich gebildet, die derzeit ein Bürgerbegehren betreibt, um einen Bürgerentscheid herbeizuführen (die WN berichteten). Die Gemeindeverwaltung will nun noch einmal die Problematik vor Augen führen. Im Zuge des Bürgerbegehrens sei der Eindruck entstanden, dass vielleicht einige Dinge nicht verständlich vermittelt worden sind, so Bürgermeister Ludger Banken auf WN-Nachfrage. Wir wollen darstellen, was wirklich Fakt ist, um allen Bürgern eine Grundlage für die gegenwärtig geführte Debatte um die Frage, Pflaster oder nicht Pflaster zu bieten.

Das erste Problem entstehe im Untergrund und sei nicht auf die Zufahrt zum Magnusplatz begrenzt. Ganz Everswinkel ist auf Lehm gebaut, und jeder Gartenbesitzer weiß genau, wie schlecht Wasser in einem Lehmboden versickert, heißt es in der gemeindlichen Pressemeldung. Im Straßenbau laute die Frage also seit jeher, wie führe man das Wasser ab? In diesem Falle liege zwischen Lehm und Pflastersteinen ein Schotterbett aus Steinchen unterschiedlicher Korngröße. Für die Zusammensetzung des Schotters gebe es ganz unterschiedliche Rezepturen. Ziel ist immer, für jeden Standort einen Schotteruntergrund zu schaffen, der einerseits wasserdurchlässig ist, andererseits aber genügend tragfähig ist. Versuche mit unterschiedlichem Schotter sind am Magnusplatz gescheitert. Egal wie, das Wasser läuft nicht ab, sondern sammelt sich direkt unter den Steinen, vermischt sich dort mit Sand und Staub und wirkt unter den Steinen wie ein Gleitfilm, auf dem sie ins Rutschen geraten, so die Verwaltung.

Die Probleme, die gepflasterte Straßen auf solchem Untergrund hätten, könne man an vielen Stellen in Everswinkel und in anderen Orten ebenfalls sehen, etwa als Spurrillen und Verschiebungen nur eben nicht überall so schlimm wie an der Zufahrt zum Magnusplatz.
Das zweite Problem bestehe in der Pflasterung und zwar nicht in der Pflasterung generell, sondern lediglich in deren Muster. Es gibt tatsächlich kein Verlegemuster, das empfindlicher und direkter mit Verschiebungen auf Belastung reagiert als die an dieser Stelle gewählte Kreuzfuge. Um dem ewigen Sorgenkind beizukommen, habe das Bauamt folgende Lösungsvorschläge erarbeitet: Um dem Entwässerungsproblem Herr zu werden, müsse deutlich mehr des wasserundurchlässigen Bodens abgetragen und ersetzt werden, nämlich 50 bis 60 Zentimeter. Außerdem müsse auch eine Dränage gebaut werden, damit das Wasser im Untergrund gesammelt und abgeführt werden könne.

Was die Oberfläche angehe, sei nach den Richtlinien für den Straßenbau beides für eine Straße dieser Verkehrsbelastung möglich. Asphalt auf jeden Fall, Pflaster grundsätzlich auch aber nur dann, wenn mit Verbundsteinen gearbeitet werde, die außerdem dicker seien als die zurzeit verlegten Steine. Die bisherigen Erfahrungen in Everswinkel mit beiden Belägen haben gezeigt, dass sich vor allem die Entwässerungsproblematik bei Asphaltbelägen gar nicht erst darstellt wie bei einem gepflasterten Bereich. Asphaltstraßen haben sich daher als langlebiger gezeigt.

Wenn man von einer Sanierung gleicher Flächen ausgehe, seien die Kosten für Verbundsteinpflaster mit denen für eine Asphaltausführung in etwa gleichzusetzen. Da auf der anderen Seite aber die Pflasterung seit Jahrzehnten das Erscheinungsbild des Ortskerns von Everswinkel prägt, soll natürlich in diesem Bereich so wenig wie möglich verändert werden. Geplant sei daher keineswegs eine großflächige Asphaltierung des gesamten Zufahrtsbereiches, sondern nur eines Teils, wie die Fotomontagen der Gemeinde dies zeigten.
Entgegen der bisherigen Vermutung ist das Ausschreibungsverfahren der Gemeinde für die Asphaltierungsarbeiten aber doch nicht gestoppt worden. Wie der Bürgermeister gegenüber den WN verdeutlicht, werde das Ausschreibungsverfahren durchgezogen, die Arbeiten aber (noch) nicht ausgeführt. Ich will die Preise dafür haben, begründet Banken diesen Weg. Ich werde aber auf keinen Fall vollendete Tatsachen schaffen, betont er und signalisiert Flexibilität in der Sache. Wenn den Bürgern das wichtig ist, dann respektiere ich das. Es bleibt nun zunächst abzuwarten, ob die Initiatoren des Bürgerbegehrens bis Ende November die rund 750 Unterschriften für einen Bürgerentscheid über Pflaster oder Pflaster mit Asphalt zusammen bekommen.

19. Oktober 2006 | Quelle: Westfälische Nachrichten

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